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Mit Schneeschuhen durch den tief verschneiten Südschwarzwald

Einmal im Jahr machen mit einer Schneeschuhwanderung der Calwer Schwarzwaldverein und der DAV gemeinsame Sache. In diesem Jahr hatte Jürgen Rust die Region um Bernau und Menzenschwand ausgesucht. Mit dem Gasthof Löwen in Bernau, der auch Naturpark Wirt ist, konnte ein ideales Standquartier gefunden werden. Gleich nach der Anreise wurden die Schneeschuhe im Menzenschwander Tal angeschnallt und es ging auf den Geißenpfad. An eindrucksvollen Schwarzwaldhöfen vorbei führte der Pfad in tiefem Schnee recht anspruchsvoll bergan, immer mit dem herrlichen Blick in das vom Gletscher vor 10 000 Jahren geprägte Tal. Am Talschluss angelangt, wurde der Weg abenteuerlich, da umgestürzte Bäume den Weg versperrten. Dennoch konnte mit einiger Mühe noch der Klusenbach gequert werden. Vorbei am „Moränen-Monscherle“ der Endmoräne des Gletschers war der Pfad für die Schneeschuhwanderer etwas bequemer, bis die Menzenschwander Wasserfälle erreicht wurden, die von einigen, trotz Glätte, mit den Schneeschuhen noch durchstiegen wurden. Beim Cafe&Berg-Beizle „Zum Kuckuck“ direkt an den Wasserfällen, schmeckte das wohlverdiente Bier ganz besonders. Der zweite Tag sollte recht anspruchsvoll werden, denn mit dem Bernauer Hochtalsteig waren über 600 Höhenmeter Aufstieg angesagt. Gestartet wurde am Ortsteil Kaiserhaus. Auch hier machten, wie am Vortag, umgestürzte Bäume aufwändige Umgehungen notwendig. Steile Aufstiege und tiefer Schnee ließen den Puls mächtig in die Höhe schnellen. Auf dem 1 075 m hohen Hohfelsen konnten die Lungen durchatmen und die Tourengeher erste herrliche Blicke weit ins Tal genießen. Ab hier führte die Route über ausgedehnte Bergweiden. 1,50 m Schnee, davon 50 cm Neuschnee erforderten äußerst kräftezehrendes Spuren und Orientierungsvermögen. Dennoch wurden die Schneeschuhwanderer auf dem großen Spießhorn 1349 m, mit einem herrlichen Blick auf den Feldberg, dem Herzogenhorn und dem Belchen reichlich belohnt. Leider war die Sicht auf die Alpenkette an diesem Tage nicht möglich. Ein kurzer Abstieg und die Gruppe konnte eine Pause in der wärmenden Krunkelbach Hütte genießen. Der anschließende Abstieg nach Bernau erforderte nochmals einiges an Kraft und Koordinationsvermögen von den Teilnehmern. Nach fast acht Stunden faszinierenden Schneeschuh Erlebnissen in tiefstem Winter war der Gasthof wieder erreicht. Zum Ausklingen der drei Tage stand ab Neuglashütten noch eine leichtere Tour zum „zwei Seenblick“ auf dem Programm. Das ist der einzige Punkt im Schwarzwald, wo man den Titisee und den Schluchsee gleichzeitig sehen kann. Der Rückweg wurde dann doch etwas anstrengender, denn die kurzfristige Entscheidung die Route über den Philosophen Steig zu nehmen, erwies sich als besonderes Erlebnis, forderte jedoch noch einiges mehr an Technik und Kondition als geplant. Nach einer kräftigen Stärkung in Bärental trat die Gruppe vollbepackt mit unvergesslichen Erlebnissen die Heimreise an.

Jürgen Rust