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18.-19. August 2012 W23b Gebirgswanderung auf die Rigi

Hitzeschlacht wird mit atemberaubendem Panorama belohnt

oder

erfolgreiche Überschreitung des Rigi-Massivs


Abgekämpft und ausgelaugt, aber überglücklich, dank des einzigartigen Bergerlebnisses, kehrten alle Teilnehmer am späten Sonntagabend wohlbehalten nach Stuttgart zurück. Trotz schleppender Anmeldung für das von der Wandergruppe der Sektion Schwaben ausgeschriebene Wanderwochenende in die Zentralschweiz konnte die Bergwanderung am 18./19. August 2012 erfolgreich durchgeführt werden.

Insgesamt 20 Teilnehmer teilen sich auf die beiden Tourenangebote der Wandergruppe „auf den Großen Mythen“ und „auf die Rigi“ zu fast gleichen Teilen auf.
Nach 4-stündiger Anfahrt nach Brunnen am Vierwaldstättersee kann die Teilgruppe um die Wanderleiter Wolfgang Buck und Bettina Kallies endlich den Bus verlassen. Mittlerweile haben die einsetzenden Hundstage die Temperatur am Ausgangspunkt (Brunnen 435m) schon nahe an die 30°C-Marke getrieben. Trotzdem ist der Tatendrang groß und der erste große Anstieg wird in Angriff genommen. Der Anstieg unterhalb der Luftseilbahn Urmiberg beginnt steil bevor er sich im weiteren Verlauf, die steilen Abhänge des Urmiberges querend, zum Berggasthaus Bärfallen (851m) etwas mässigt. Zum Glück verläuft der Weg überwiegend durch Wald, so dass die Sonne, die inzwischen erbarmungslos vom wolkenlosen Himmel brennt etwas abgeschwächt wird. Trotzdem fordern die ersten 400 Höhenmeter ihren Tribut. Schweißgebaded müssen wir vermehrt kurze Trinkpausen einlegen um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Die schönen Tiefblicke auf das türkisblaue Wasser des Vierwaldstättersee lassen uns vom Baden im kühlen Nass träumen.

Jedoch auch die weitere Wegführung bietet keine Erholung. Von Bärfallen geht es durch sehr steiles Gelände in mehreren extrem steil angelegten Abschnitten weitere 550 Höhenmeter hinauf zur Alpe Zilistock (1387m). Im Schatten einer großen Tanne verbringen wir unsere Mittagspause und finden etwas Erholung. Selbst in dieser Höhe sind die 30°C inzwischen überschritten. Von unserem Pausenplatz sind es noch weitere 120 Höhenmeter bis zur Weggabelung wo sich der leichte versicherte Felssteig zum Gipfel der Rigi Hochflue (1698m) trennt. 3 Teilnehmer ziehen es vor die letzten, nochmals anstrengenden 180 Höhenmeter zum Gipfel zu umgehen und den direkten Weg hinunter zum Gätterlipass einzuschlagen. Das Drahtseil mit dem der Felssteig zum Gipfel gesichert ist, ist durch die intensive Sonneneinstrahlung mehr als handwarm und zusätzlich wird die gestaute Hitze von den Felsplatten reflektiert. Wir sind froh nach weiteren 40 Minuten endlich auf dem Gipfel der Rigi Hochflue zu stehen wo wir mit einem atemberaubenden Rundblick auf die Schweizer Bergwelt und die Schweizer Seen belohnt werden. Vom Berner Oberland mit Eiger, Mönch, Wetter- und Schreckhorn im Westen reicht der ungetrübte Blick über die Schweizer Zentralalpen mit dem Gletscher des Uri-Rotstocks im Süden, den Tödi im Südosten bis hinaus zum Säntis im äußersten Osten. In den Tälern spiegeln sich der Vierwaldstättersee, der Zugersee und der Lauerzersee im gleissenden Sonnenlicht. Dieses tolle Panorama lässt uns die Strapazen des Aufstiegs schnell vergessen.

Impressionen von der Rigi Hochflue

Auch unser Weiterweg über den Gätterlipass zur Rigi Scheidegg ist vom Gipfel aus gut zu erkennen. Ernüchternd ist, dass wir bis zum Gätterlipass (1190m) 500 Höhenmeter absteigen müssen um dann zur Rigi Scheidegg (1656m) fast wieder 500 Höhenmeter erklimmen müssen. Aber noch denken wir nicht an den Aufstieg, sondern konzentrieren uns auf den steilen Abstieg zum Gätterlipass. Über eine 30m lange Eisenleiter geht es durch die Felskante der Rigi Hochflue hinunter bevor es dann durch Büsche und Wald weiter steil bergab geht. Auch der Abstieg ist schweißtreibend, da der zum Teil rutschige Untergrund Konzentration beim Gehen erfordert. Im Gasthaus am Gätterlipass genehmigen wir uns - schon sehr erschöpft - ein erfrischendes Getränk. Nach doch schon 1260 Höhenmeter im Anstieg und 500 Höhenmeter im Abstieg stellt sich nun die Frage, wer die weiteren 500 Höhenmeter im Aufstieg zur Rigi Scheidegg noch mitgehen möchte. Die Wanderleiter erklären, dass alternativ mit der Luftseilbahn von Gschwänd nach Rigi Burggeist aufgefahren werden kann. Jedoch entscheidet sich nur eine Teilnehmerin für diese Möglichkeit und so beginnen wir den letzten Aufstieg in der noch immer sengenden Spätnachmittagssonne.

Obwohl das erste Wegstück wieder durch Wald führt, tropft uns der Schweiß sofort wieder von der Stirn. Als wir am Höcheli die Kante der Rigi Scheidegg erreichen, haben wir wieder einen wunderbaren Tiefblick zum Lauerzersee und Zugersee und hinüber zu den Mythen wo wir die andere Teilgruppe unterwegs wissen. Immer an der Kante entlang führt der Weg über Almwiesen hinauf zum Berggasthaus Burggeist und von dort die letzten 15 Minuten weiter hinauf zum Berggasthaus und unserer Nächtigungsunterkunft Rigi Scheidegg. Herzlich werden wir vom Hüttenwirt empfangen und bekommen ein großräumiges Lager zugewiesen. Nach dem Duschen fühlen wir uns erfrischt und lassen uns auf der Terasse ein üppiges Abendessen am Alpenbuffet - mit Salat, Älpler Makronen und leckerem Rösti - schmecken. Vergeblich versuchen wir das Buffet zu leeren. Auch nach Sonnenuntergang zeigt das Thermometer hier oben auf 1656m Höhe noch 29°C. Bevor wir das Dessertbuffet serviert bekommen unternehmen wir einen kleinen Abendspaziergang zur 360°-Arche. Von hier geniessen wir den 360°-Rundblick in der einsetzenden Dämmerung, den funkelnden Sternenhimmel und das Lichtermeer in den Tälern. Zurück an der Hütte staunen wir nicht schlecht, als der Wirt frischen Obstsalat, Aprikosenkuchen und Mousse-au-Chocolat auffährt. Auch den Flüssigkeitsverlust des Tages konnten wir inzwischen ausgleichen, so dass wir satt und zufrieden zu fortgeschrittener Stunde todmüde in das Bettenlager fallen. Das Kuhglockengeläut vor der Hütte begleitet uns in den wohlverdienten Schlaf.

Impressionen von der Rigi Scheidegg

Pünktlich um 8:00 Uhr steht die komplette Gruppe am reich gedeckten Frühstücksbuffet und stärkt sich für den Tag. Noch immer sind keine Wolken am Himmel und jeder weiss, ein weiterer heisser Tag steht uns bevor. Der Weg führt zuerst leicht bergab nach „Hinder Dossen“ (1546m) um dann auf einem schönen Bergpfad hinauf zur Dosse(1685m) zu führen. Hier befinden wir uns wieder auf dem Bergkamm und haben Blick hinunter in beide Täler, zum Vierwaldstättersee auf der einen und zum Zugersee auf der anderen Seite. Auch die schon vom Vortag bekannte grandiose Aussicht auf die Schweizer Berge ist wieder ungetrübt. Inzwischen ist der Blick zum Titlis mit seinem Gletscher frei und auch die Eiger-Norwand ist deutlich zu erkennen. Nach kurzer Gipfelrast geht es wieder hinunter nach Understette (1452m) wo wir an einem der vielen  Schweizer-Familiengrillplätzen eine Vesperpause einlegen.

Auf der ehemaligen Bahnlinie, die von Rigi-Kaltbad zur Rigi Scheidegg führte, umrunden wir den Würzestock bevor wir über den Felsenweg, einem in den Fels gehauenen Panoramaweg, nach Rigi-First kommen. Leider können wir nur kurz dem sonntäglichen Jazz-Frühschoppen lauschen der uns hier geboten wird, denn unser Weg ist noch weit. Schweisstreibend geht es hinauf zum Rotstock (1659m). Mit den Blicken auf die vielen Seen gerichtet träumen wir von einem erfrischenden Bad.
Vom Rotstock begeben wir uns nun bei Rigi Staffel (1603m) in den Trubel von Menschen die mit den beiden Zahnradbahnen von Vitznau oder Goldau hinauf auf die Rigi befördert werden. Wir lassen jedoch die Bahn links liegen und alle Teilnehmer beschliessen den letzten Anstieg von ca. 200 Höhenmetern zum höchsten Punkt des Rigi-Massivs, der Rigi Kulm (1798m) zu Fuß zu meistern. Ohne große Pause geniessen wir vom Gipfel die Rundumsicht und machen uns bald wieder auf, den Menschenmassen zu entfliehen. Nach einer Mittagspause zurück an Rigi Staffel beginnen wir mit unserem Abstieg nach Immensee. Schon kurz nach dem Bahnhof sind wir wieder unter uns. Auf einem schön angelegten einfachen Bergweg geht es hinunter über die Alpe Holderen, wo wir eine stärkende Milch oder einen stärkenden Eiskaffee bekommen, zur Seebodenalp. In der Mittagshitze zieht es uns ohne weiteren Aufenthalt weiter hinab nach Immensee. Der Gedanke an ein kühlendes Bad im Zugersee spornt uns kräftig an, so dass wir die letzte Strecke in Rekordzeit von 1 Std. bewältigen. Durch den Bahnhof und unter der Autobahn hindurch geht es über eine Wiese direkt ans Wasser. Erfrischt eilen wir dann zur Dorfkirche von Immensee, wo uns der Bus mit der anderen Teilgruppe zur Heimfahrt erwartet. Ein jeder scheint glücklich und zufrieden und ist sich sicher, dass dies, trotz der Strapazen, ein unvergessliches Bergwochenende bleiben wird.

Impressionen von der Rigi Kulm
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Text und Bilder: W. Buck

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