Ausfahrten erlebt

Zu siebt ging es von Stuttgart nach Halblech-Berghof, wo wir im eigenen Häusle übernachten konnten. Den Freitagabend nutzten wir noch für den Aufstieg auf den Buchenberg (1142m) bei einbrechender Dämmerung. Sehr toll, dass es noch etwas geschneit hatte. Die Abfahrt im Schein der Stirnlampen war ein Erlebnis eigener Art. Oben der schwarze Himmel, tief unten die Lichter von Buching und Halblech.

Auf Grund des nebligen Wetters entschieden wir uns für Samstag für den nahen Tegelberg (1707m), wo wir auf der DAV Hütte einkehrten. Unvergesslich die Preßknödelsuppe die zum Verzehr stabiles Esswerkzeug verlangte. Gestärkt ging es auf den Branderschrofen (1880m), wo wir den Weg über die Felsen zum Gipfel, am Stahlseil entlang, erstmal spuren mussten.

Am Sonntag folgte vom Namloser Tal die Tauberspitze (2298m). Am Parkplatz lauerte uns ein DAV Mitarbeiter auf, der uns in eisiger Kälte sicher über eine halbe Stunde zu unseren Kenntnissen zu Risiken von Lawinen und dem Skitourengehen befragte. Der Aufstieg gestaltete sich teilweise schwierig durch engstehende Latschen. Am steilen Gipfelhang konnte die Spitzkehre gründlich geübt werden. Bei überfrorenem Felsen kletterte nur einer noch vollends bis zum Gipfelkreuz. Bei der Abfahrt verloren wir reichlich Skibelag, da die Schneedecke wie super Pulver aussah, aber den darunter liegenden Schotter leider nicht vollständig abdeckte. Jeder Schrei zeugte von einem weiteren Skibelagverlust. Überraschend wartete am Parkplatz noch der DAV Mitarbeiter und befragte uns erneut in aller Gründlichkeit. Zum Dank für unsere Auskünfte bekamen wir einen Gutschein für Kaffee und Gebäck im nahen Namlos, der umgehend eingelöst wurde.

Insgesamt ein gelungener Saisonauftakt mit viel Spaß.

Matthias

Nach erfolgreichem Saisonauftakt haben wir mehr Lust auf Touren im Lechtal bekommen und beschlossen spontan auf der Rückfahrt, das Angebot von einem Mitglied anzunehmen und seine Wohnung in Reutte als Basislager für unsere Ausfahrt zu nutzen. So haben wir das Ziel spontan vom Kleinwalsertal ins Lechtal verlegt.

Das Wetter war zwar traumhaft aber die Lawinenlage mit "erheblich" nicht zu unterschätzen.

So sind wir am Samstag auf dem Joch gewesen, eine eigentlich einfache Skitour, aber der ziemlich vereiste Gipfelhang erforderte sichere Spitzkehren und Konzentration auf schmalem Gelände, da die Hänge rechts und links wegen der Lawinengefahr absolut tabu waren. Eine Gruppe von uns war fast zweimal oben, die andere hat ihre Lawinenkenntnisse vertieft. Beim Ausgraben mehrerer Schneeblöcke war es doch sehr erschreckend, wie instabil die Schneeschicht in ca. 30 cm Tiefe war. So wurde auch lokal der Lawinenlagebericht bestätigt.

Drei von uns sind nach der Tour noch zum Eisklettern gewesen – im Dunkeln musste abgeseilt werden, da die Tour zu dritt und nach einer Skitour länger gedauert hatte als gedacht.

Am Sonntag sind wir dann wir dann mit vielen anderen auf dem Galtjoch gewesen, das erste Mal bei traumhaften Wetter.

Wo wollen wir hin, wie ist die Coronalage, wer organisiert die Tour, wer kommt mit, wo bekommen wir kurzfristig noch eine Unterkunft???? Fragen über Fragen!

Am Dienstag stand fest – wir sind zu fünft und haben eine Unterkunft im Berghaus Malbun.

Zwei von uns sind schon am Donnerstag Morgen gefahren, die anderen drei am Freitag früh.

Alle fünf waren am Freitag auf der Rosswies – allerdings wurde es für die drei Nachzügler in der Abfahrt spannend. Aufgrund des diffusen Lichts und der Windgangeln bzw. Sastrugis waren die Abfahrtsspuren nicht mehr zu erkennen und somit die Orientierung auf dem Hochplateau schwierig. Die Zeit rannte davon, aber gottseidank gab es Wanderwegschilder, denen wir mit Skiern am Rucksack gefolgt sind. Bald haben wir das Berghaus Malbun (tief) unter uns gesehen und die Orientierung war wieder da. Das letzte Stück sind wir dann mit Stirnlampen sicher abgefahren.

Am Samstag war unser Ziel der Alvier. Alle sind wir in dem Sattel zwischen Klein – und Groß-Alvier gewesen. Für einen ging es mit Steigeisen auf den Groß-Alvier, zu dritt haben wir den Klein-Alvier bestiegen – auch nicht ganz einfach. Trotz geringer Lawinengefahr war zwischenzeitlich eine Lawine über unserer Aufstiegsspur abgegangen. Einzeln haben wir den Lawinenkegel sicher gequert.

Am Sonntag sind wir los zum Fulfirst. Zwei von uns gaben Gas, da sie noch den Glannachopf besteigen wollten. Im Sattel zwischen Klein- und Groß-Fulfirst haben wir uns zu viert für den Hauptgipfel entschieden. So stiefelten wir ohne Ski über das steile Schneefeld und leichte Felskletterei zum Gipfel – es hat sich gelohnt, wir wurden mit einer traumhaften Rundumsicht belohnt.

An allen Tagen war der Weg bzw. der Gipfel das Ziel, der Fönsturm und die Sastrugis machten die Abfahrt nicht gerade zum Vergnügen.

Alles in allem war es eine gelungene Ausfahrt.

Eigentlich wollten wir zu neunt auf den Großvenediger – aber schon im Vorfeld mussten vier absagen.

Soi sind wir zu fünft nach langer Fahrt am Samstag zur Postalm aufgebrochen. Da wir nicht bis zum Hopffeldboden, dem eigentlich anvisierten Parkplatz vorfahren konnten, verlängerte sich der Aufstieg um eine weitere Stunde.

Puh, das Tal ist lang, der Rucksack schwer – so waren wir alle froh nach ca.  vier Stunden die Postalm erreicht zu haben. Für einen kam dann aber preislich der Schock, nur Übernachtung ließ sich nicht buchen – so wurde kurzerhand umdisponiert und draußen biwakiert. Wir anderen vier haben den Luxus der Halbpension genossen.

Am Sonntag ging es auf zwei Wegen und in drei Gruppen zur Kürsinger Hütte. Zwei haben den kürzeren direkten Weg zur Hütte genommen und konnten dort schon Gepäck lassen, bevor es weiter zum Keeskogel ging. Die anderen drei sind den längeren Weg gegangen und waren so schon oberhalb der Hütte und auf der Aufstiegsspur zum Keeskogel. Die ersten Bindungsprobleme gab es schon, so dass einer direkt zur Hütte abgefahren ist – in der Hoffnung, dass die Bindung auf der Hütte repariert werden kann. Die anderen beiden haben ihre schweren Sachen zwischengelagert und sind den beiden Richtung Keeskogel gefolgt. Das Ziel für morgen, den Großvenediger im Blick, sind nur zwei oben am Gipfel gewesen, die anderen beiden haben etwas oberhalb von 3000 Metern den Ausblick genossen.

Am Montag ging es dann zu fünft los zum Großvenediger. Leider konnten die Bindungsprobleme auf der Hütte am Vortag nicht gelöst werden, so musste einer von uns noch umkehren – der andere konnte die Probleme (ggfs. jederzeit aus der Bindung zu fallen) kompensieren.

So sind wir in zwei Zweier-Gruppen los. Der Bergschrund war gottseidank zu, so dass wir diesen mit Skiern bewältigen konnten, aber die Gletscherspalten rechts und links waren groß und tief. Im Aufstieg sind wir teilweise am Seil gegangen.

Die ersten beiden von uns waren schneller als die meisten und hatten so den Gipfel lange Zeit für sich. Als die beiden anderen oben ankamen, haben sich die zwei an die Abfahrt gemacht – mit Treffpunkt Kürsinger Hütte. Mit einem Gegenanstieg zur Hütte war die Abfahrt auch nicht geschenkt.

Am Dienstag hielt das Wetter noch – so sind wir zu viert los zur Schlieferspitze. Auch heute mussten wir erstmal bei eisigen Verhältnissen nach kurzem Anstieg zum Gletscher abfahren; wir hofften alle, dass die Bedingungen zum Abfahren später besser werden. Im Aufstieg war das Kanonenrohr – ca. 37 Grad steil – die größte Herausforderung. Da der Schnee weich genug war, sind wir alle gut mit Spitzkehren hochgekommen. Neben Spitzkehren, Ski tragen, um über steile Passagen zu kommen und Abfahren über extreme Windgangeln war alles dabei. Nur für den Gipfel hat es auch bei unseren beiden Schnellen nicht mehr gereicht, da die Querung bis kurz unter dem Gipfel der Schlieferspitze doch viel Zeit in Anspruch genommen hat.

Der erste Teil der Abfahrt war ein Graus, aber weiter unten kam dann noch Abfahrtsgenuss auf.

Auf der Postalm haben wir uns noch einmal kurz gestärkt, bevor wir dann die 1,5 Stunden das Tal wieder runter sind – immer wieder mit Unterbrechungen, da wir zu Beginn entweder Gegenanstiege hatten, weiter unten die Skier immer wieder wegen Schneemangel abschnallen durften.

Es war für die vier verbliebenen eine tolle Ausfahrt, insbesondere mit dem Wetter hatten wir Glück, es waren die letzten 4 traumhaften Tage am Stück, bevor das schöne Wetter vorerst vorbei war.

Drei klassische, anspruchsvolle Touren waren geplant für diese Woche. Die Besteigung des Gspaltenhorns, die Überschreitung vom Blüemlisalphorn und die Überschreitung vom Doldenhorn. Diese bilden zusammen eine mächtige Bergkette, welche bei der Anreise von Bern her die Ansicht der Berge prägt.

Sechs Bergsteiger aus der Gruppe nahmen teil: Franz, Matthias, Christian, Ralf, Friedrich, Tobias.

Wir hatten schönstes Wetter. Zu heiß für Hochtouren. Nachttemperatur auf den Gipfeln bei +5 Grad.

Am Samstag 16. Juli fuhren wir gemeinsam mit Christians Kleinbus nach Reichenbach im Kandertal. Dort nahmen wir den Postbus nach Griesalp im Kiental. Der Fahrweg nach dem Talschluss, hoch nach Griesalp, gilt als die steilste Postbuslinie der Schweiz und war beeindruckend.

Ab Griesalp wanderten wir in 3,5 Std hoch zur Gspaltenhornhütte (2.455m) wo wir übernachteten. Unsere Frage nach den Bedingungen am Gspaltenhorn benannte der Hüttenwirt mit: Staubig.

Früh, um 5:15 Uhr, am nächsten Morgen (2.Tag) gingen wir los um das Gspaltenhorn (ZS-,3.436m) zu besteigen. Das Gspaltenhorn ist ein eisfreier Felsgipfel mit Kletterstellen bis III. Das erste Stück noch mit Stirnlampen, dann im dämmerigen Morgenlicht stiegen wir 1 ¼ Std über steile Geröllhänge auf zum Büttlassesattel auf 3.020 m. Von dort sieht man erstmal auf die andere Seite des Gebirgszuges und hat im direkten Blickfeld die Berühmtheiten Mönch, Eiger und Jungfrau. Weiter ging es hoch zum Leiterngrat, ein scharfer Felsgrat mit prickelnder Tiefensicht und einer engen Abstiegsrinne zur felsigen Steilstufe am Beginn des Gipfelanstiegs. Dort gibt es Bohrhaken und Sicherungsseile und Stau. Nach 2 Seillängen wird der Anstieg flacher und kann ohne Sicherung durchstiegen werden. Wir hatten 2 Seilschaften gebildet und erreichten nach ca. 1 Std den Gipfel. Hier hatten wir bei strahlendem Wetter einen überwältigenden Rundblick vom Mont Blanc über Weißhorn und die Walliser Berge zum Aletschorn, Finsteraarhorn, und Jungfrau, Eiger, Mönch. Der Abstieg erfolgte über die Aufstiegsroute, im Gratbereich sehr schön, ab Büttlasse aber mühevoll auf dem steilen Geröllweg. Ab 14:15 Uhr waren dann alle wieder an der Hütte und erholten sich auf der Terrasse von der erfolgreichen Besteigung des Gspaltenhorns.

Am 3. Tag wechselten wir in einer Bergwanderung zur Blüemlisalphütte (2.843m). Wir stiegen 530 m ab und dann wieder 920m auf. Das war genug für diesen Tag.

Für den 4. Tag war die Überschreitung des Blüemlisalphorns geplant (3.657m, ZS bis ZS+, Fels bis III, Firn oder Eis, Gletscher).

Wegen des sehr geringen Schneefalls im vergangenen Winter und weil das Juliwetter extrem warm war gab es keinen Firn mehr, nur noch Blankeis. Die Überschreitung wurde von den Leuten vor Ort als derzeit nicht möglich eingestuft. Auch die örtlichen Bergführer boten eine solche bei den herrschenden Bedingungen nicht an. Dasselbe galt für das Doldenhorn, welches als zweite Überschreitung auf dem Programm stand. Dort ist zusätzlich die Abstiegsroute im Bereich „Spitzer Stein“ gesperrt, weil nach starken Murenabgängen erwartet wird, dass dort ein ganzer Berghang abgehen wird.

Und am Fründenhorn hat sich die große Eisplatte unterm Gipfel geteilt. Es wird befürchtet, dass diese in naher Zukunft abgehen wird. Auf- und Abstieg zum Fründenhorn ist nur noch über den Südwestgrat möglich. Die Route ist schwierig (S-).

Nach intensiver Beratung in der Gruppe beschlossen wir, am 4. Tag das Blüemlisalphorn auf dem Normalweg zu besteigen. Die Route wurde uns vom Hüttenwirt kompetent mit guten Hinweisen erklärt.

Weil keine 2. Übernachtung auf der Blüemlisalphütte möglich war (ausgebucht) und die Wanderung zur Fründenhütte nach der Bergtour als zu anstrengend eingeschätzt wurde, beschlossen wir nach der Blüemlisalptour in Richtung Kiental abzusteigen, zur oberen Bündalp, wo wir ein Übernachtungsquartier bekommen konnten. Um am folgenden Tag ins Tal abzusteigen und ins Klettergebiet Bächlitalhütte am Grimselpass zu fahren. Auch weil die Kletterfreunde unter den Tourteilnehmern eine große Sehnsucht nach Plattenklettern kundtaten.

4. Tag: Die Besteigung des Blüemlisalphorns

Nach dem Bergsteigerfrühstück gingen wir um 4:40 Uhr los. Am Blüemlisalpgletscher bildeten wir 2 Seilschaften. Wir stiegen über den oberen Gletscher auf zur Übergangsscharte zwischen Blüemlisalp und Rothorn. Auf dem Weg über den Gletscher mussten wir auf halber Strecke am Gletscherbruch mehrere große Spalten umgehen, erreichten aber zügig die Abseilstelle in der Scharte. Hier seilten wir 15 m ab auf den unteren Gletscher. Den unteren Gletscher überquerten wir direkt in Richtung Gratsattel des Nordwestgrates. Über den Nordwestgrat führt der Normalanstieg zum Gipfel. Der Übergang vom Gletscher zum Gratsattel zeigte sich als steile Eisrampe mit rutschiger Geröllauflage und einer Höhe von 60m. Darüber folgte ein steiles schottrig-sandiges Band welches über 100m zum Gratsattel führt. Hier gab es ein Stück weit ein Sicherungsseil und ein paar Bohrhaken.

Eine Seilschaft (Tobias, Matthias, Franz) ging hoch. Über die Eisrampe, mit Eisschrauben, gesichert am Seil. Auf dem Band durch die Bohrhaken und ein paar Schlingen und Friends.

Die 2. Seilschaft entschied sich fürs Umkehren.

Nach Erreichen des Nordwestgrates war der Anstieg zum Gipfel unproblematisch. Gehgelände und leichte Kletterei bis II-Grad, in überwiegend gutem Fels. Zügig erreichten wir den Gipfel um ca. 10:00 Uhr, bei schönstem Wetter und einer Aussicht noch schöner als auf dem Gspaltenhorn.

Nach ½ stündiger Pause stiegen wir wieder ab über der Aufstiegsroute. Abgesichert überwanden wir die Eisrampe zum Gletscher. Der Rückweg zur Hütte führte uns, der Beschreibung des Hüttenwirts folgend, den unteren Blüemlisalpgletscher abwärts bis zu einer Felsrampe nahe am unteren Ende des Gletschers. Von dort führte ein Pfad ca. 20 m hoch zum oberen Gletscher, nahe bei der Hütte. Auf dem Weg über den unteren Gletscher mussten wir uns auf der linken Seite halten und einige große Spalten umgehen. Wir kamen auch an bizarren Eistürmen des abschmelzenden Gletschers vorbei.

Um ca. 14:00 Uhr erreichte die Gipfelseilschaft wohlbehalten die Hütte. Nach einer Pause und Gepäckaufnahme in die Rucksäcke stiegen wir ab zur Unteren Bundalpe (1.849 m) und übernachteten dort im Lager.

 

Nebenerlebnis:

„Franz, dein Geldbeutel ist auf der Bergstation der Bergbahn in Kandersteg.“ So wurde ich bei der Rückkehr vom Blüemlisalphorn empfangen.

Ich hatte meinen Geldbeutel beim nächtlichen Aufbruch wohl im Lager liegen gelassen. Ein anderer Gast nahm ihn mit in der Meinung es sei seiner. Unterwegs bemerkte er den Fehler, gab den Geldbeutel an der Bergstation der Bergbahn in Kandersteg ab und rief die Blüemlisalphütte an.

Telefonisch konnte ich absprechen, dass ich den Geldbeutel am kommenden Morgen an der Kasse bei der Talstation in Kandersteg abholen werde.

Dort bekam ich ihn wieder, mit komplettem Inhalt. Vielen Dank an die ehrlichen Bergsteiger und Menschen in Kandersteg.

 

5. Tag

Franz bekam um 6:30 Uhr Frühstück, stieg ab zur Griesalp und nahm den ersten Postbus nach Reichenbach. Von dort fuhr er mit dem Auto nach Kandersteg und holte seinen Geldbeutel ab. Danach fuhr er zurück nach Reichenbach und von dort das Kiental hoch (Postautoroute) bis zum Parkplatz unter der Steilstufe zur Griesalp und wartete auf die Gruppe.

Die Gruppe frühstückte um 8:00 Uhr und stieg danach in Ruhe ab nach Griesalp und weiter durch die Wasserfallschlucht zum Parkplatz, von wo wir um 11:30 Uhr in Richtung Grimsel losfuhren.

Dort bekamen wir einen Parkplatz unter der Staumauer und stiegen dann mit Kletterausrüstung im Rucksack zur Bächlitalhütte auf.

6. Tag

Wir klettern im Klettergebiet der Bächlitalhütte in 2 Gruppen. Eine Gruppe (Tobias, Matthias, Franz) machte kurze Routen im Schwierigkeitsgrad bis 4. Die andere Gruppe (Ralf, Christian, Friedrich) Mehrseillängen bis 5c.

7. Tag

Drei Leute (Tobias, Matthias, Franz) unternahmen eine Hochtour zum großen Diamantstock (3.162m) mit Anstieg über den Ostgrat. Der Anstieg ist klettern im IV+ Bereich über 2 Seillängen. Nach dem Ostgrat folgt der Gipfelanstieg auch teilweise im IV Grad. Im oberen Drittel des Gipfelgrats verloren wir die direkte Route und konnten den 2 .Aufstieg, welcher in Topos beschrieben ist, nicht finden. Wir querten den Berghang auf halber Höhe und erreichten den Normalabstieg. Weil für den späten Nachmittag Gewitter angekündigt waren, entschieden wir gegen 13:00 Uhr abzusteigen.

Wegen des extrem abgeschmolzenen Gletschers seilten wir uns über mehrere 60m Seillängen ab auf den unteren flachen Restgletscher. Der Bau von Abseilstandplätzen in den vom Gletscher glattgeschliffenen Felsen war schwierig und zeitraubend. Nach erreichen des Restgletschers marschierten wir in 1 Std. zurück zur Hütte, rechtzeitig zum Abendessen und vor dem Gewitter.

Die Klettergruppe (Ralf, Christian, Friedrich) hatte an diesem Tag erfolgreich mehrere Mehrseilrouten im oberen 5er Bereich geklettert und waren mit den gekletterten Routen zufrieden.

Ralf wurde von Marlies abgeholt und hat am Abend die Gruppe verlassen.

8. Tag: Abstieg von der Hütte und Heimreise. Unterwegs kurzer Badestopp am Vierwaldstätter See.

Nebenerlebnis

Auf allen unseren Hütten waren wir mit dem Nachtessen der Halbpension sehr zufrieden. Das Essen war überall sehr gut und wir nahmen immer die Möglichkeit, Nachschlag zu bekommen, wahr, bei der Suppe und beim Hauptgericht. Nichts blieb übrig.

Die Bergsteiger der Sektion Schwaben sind dort als „Gute Esser“ bekannt!

 

Berichtet von Franz Schmuker

 

 

 

Das Zinalrothorn  befindet sich nordwestlich von Zermatt, etwas versteckt, außerhalb vom Blickwinkel des Welttourismus.

Für die Bergsteigergruppe der Sektion Schwaben war es der Höhepunkt der diesjährigen Hochtourensaison.

Daniel, Matthias und Franz nahmen teil, vom 14. bis 17. August 2022.

Nach 7-stündiger Anreise mit Autoverladung in Goppenstein und Zug-Shuttle von Täsch nach Zermatt kamen wir gegen 14:30 Uhr in Zermatt an. Zermatt ist autofrei, um Lärm und Abgase zu vermeiden. Allerdings sind über dem Ort ständig mehrere Hubschrauber in der Luft. Wer Hubschrauberlärm liebt ist in Zermatt am richtigen Platz.

Wir stiegen aus dem Trubel von Zermatt zum Hotel du Trift hinauf, eine private Berghütte auf 2337 m mit herzlich robuster Gastfreundschaft. Unsere erste Übernachtung.

Am nächsten Morgen, 15. August, ging es weiter zur Rothornhütte auf 3198 m. Das war in 2 ½ Std geschafft. Den Rest des Tages nutzten wir zur Akklimatisation und zur Wegerkundung für den Gipfelanstieg. Es ist immer gut, wenn man um ½ 5 am Morgen in der Dunkelheit schon weiß, wo es lang geht.

Die Rothornhütte ist eine Berghütte im alten Stil, mit Lagern für 12 bis 18 Personen und Klohäuschen 39 m neben der Hütte an einem Abhang. Die Entsorgung erfolgt über eine Holzrinne in den Abhang.

Die Hütte steht auf Permafrost-Grund und bekommt immer wieder Risse. Sie soll abgerissen werden und durch einen Neubau in der Nähe auf gutem Grund ersetzt werden. Es fehlen nur noch 2,7 Mio. Franken an Spenden, dann kann es losgehen.

Auf der Hütte trafen wir Bergsteiger aus ganz Europa: Österreicher, Tschechen, Polen, Italiener, usw. Es war kein Asiat auf der Hütte. In Asien ist das Zinalrothorn anscheinend noch unbekannt.

16. August 3:45Uhr, die Wecker piepsen. Die Hütte war bis auf den letzten Platz belegt. Fast alle wollten zum Gipfel. Bestes Wetter war vorhergesagt. Das führte zu großem Aufbruch-Gedränge, am Klo, beim Frühstück und im Schuhraum. Wir machten ein bisschen langsamer und ließen die übermotivierten Gipfelstürmer losrennen. Um 4:25 Uhr gingen wir los. Im Licht unserer Stirnlampen zum unteren Gletscher. Ab dort mit Steigeisen hoch zur felsigen Einstiegsrinne, diese führt vom Gletscher 30 m hoch auf ein Plateau. Es ist klettern im III-Grad. Es folgt ein langer Blockhang hoch zum Firn Grat auf ca. 3800 m. Inzwischen war es Tag geworden. Der etwa 500 m lange Firn Grat war in gutem Zustand und sehr schön zu begehen. Darauf folgte ein scharfer Fels Grat, mit Blick in die Tiefe, den wir direkt durchstiegen. Weiter ging es auf einem Pfad zum Couloir, welches als steinschlaggefährlich gilt. Dieses überquerten wir unterhalb der Gefahrenzone und stiegen links von der Rinne in den Felsen hoch zur Scharte und weiter den Steilanstieg bis zur Biener-Platte (alles II bis III Grad). Bis dahin alles ohne Seilsicherung, weil wir bei gutem Fels und bestem Wetter sicher klettern konnten. Über die Biener-Platte (III) sicherten wir am Seil. Es gibt 3 Bohr Ösen. Danach ging es wieder frei weiter, über den Gipfelgrat, in luftiger Höhe mit beeindruckenden Tiefblicken. Einen Felsblock (Gendarm) umstiegen wir seilgesichert auf der linken Seite und kletterten weiter zum Vorgipfel. Diesen umstiegen wir rechts auf einem schmalen Band mit guten Griffen in Kopfhöhe, wie in allen Führern richtig beschrieben wird. Diese Stelle ist spannend, weil unter dem Band eine senkrechte Wand mit 300 m Tiefe ist. Von da an ging es ohne Seil in einfacher Kletterei weiter zum Gipfel.

Am Gipfel erlebten wir eine gewaltige Aussicht. Ringsum die bekanntesten Berggipfel der Alpen.

Beim Abstieg folgten wir im Wesentlichen der Aufstiegsroute. In den Steilbereichen seilten wir mehrmals ab. Es gab Abseilstellen mit festen Ösen oder Stangen. Die langen Block- und Geröllhänge weiter unten kosteten uns viel Energie. Wir durchquerten diese Bereiche langsam und auf Sicherheit achtend. So kamen wir gut, mit letzter Kraft, um 17:30 Uhr an der Hütte an. Hier blieben wir nochmals über Nacht und feierten den Gipfelerfolg.

Am nächsten Morgen, 17. August, stiegen wir nach Zermatt ab und machten uns auf die Heimreise.

Berichtet von Franz Schmuker am 30. August 2022