Ausfahrten erlebt

Zu siebt ging es von Stuttgart nach Halblech-Berghof, wo wir im eigenen Häusle übernachten konnten. Den Freitagabend nutzten wir noch für den Aufstieg auf den Buchenberg (1142m) bei einbrechender Dämmerung. Sehr toll, dass es noch etwas geschneit hatte. Die Abfahrt im Schein der Stirnlampen war ein Erlebnis eigener Art. Oben der schwarze Himmel, tief unten die Lichter von Buching und Halblech.

Auf Grund des nebligen Wetters entschieden wir uns für Samstag für den nahen Tegelberg (1707m), wo wir auf der DAV Hütte einkehrten. Unvergesslich die Preßknödelsuppe die zum Verzehr stabiles Esswerkzeug verlangte. Gestärkt ging es auf den Branderschrofen (1880m), wo wir den Weg über die Felsen zum Gipfel, am Stahlseil entlang, erstmal spuren mussten.

Am Sonntag folgte vom Namloser Tal die Tauberspitze (2298m). Am Parkplatz lauerte uns ein DAV Mitarbeiter auf, der uns in eisiger Kälte sicher über eine halbe Stunde zu unseren Kenntnissen zu Risiken von Lawinen und dem Skitourengehen befragte. Der Aufstieg gestaltete sich teilweise schwierig durch engstehende Latschen. Am steilen Gipfelhang konnte die Spitzkehre gründlich geübt werden. Bei überfrorenem Felsen kletterte nur einer noch vollends bis zum Gipfelkreuz. Bei der Abfahrt verloren wir reichlich Skibelag, da die Schneedecke wie super Pulver aussah, aber den darunter liegenden Schotter leider nicht vollständig abdeckte. Jeder Schrei zeugte von einem weiteren Skibelagverlust. Überraschend wartete am Parkplatz noch der DAV Mitarbeiter und befragte uns erneut in aller Gründlichkeit. Zum Dank für unsere Auskünfte bekamen wir einen Gutschein für Kaffee und Gebäck im nahen Namlos, der umgehend eingelöst wurde.

Insgesamt ein gelungener Saisonauftakt mit viel Spaß.

Matthias

Nach erfolgreichem Saisonauftakt haben wir mehr Lust auf Touren im Lechtal bekommen und beschlossen spontan auf der Rückfahrt, das Angebot von einem Mitglied anzunehmen und seine Wohnung in Reutte als Basislager für unsere Ausfahrt zu nutzen. So haben wir das Ziel spontan vom Kleinwalsertal ins Lechtal verlegt.

Das Wetter war zwar traumhaft aber die Lawinenlage mit "erheblich" nicht zu unterschätzen.

So sind wir am Samstag auf dem Joch gewesen, eine eigentlich einfache Skitour, aber der ziemlich vereiste Gipfelhang erforderte sichere Spitzkehren und Konzentration auf schmalem Gelände, da die Hänge rechts und links wegen der Lawinengefahr absolut tabu waren. Eine Gruppe von uns war fast zweimal oben, die andere hat ihre Lawinenkenntnisse vertieft. Beim Ausgraben mehrerer Schneeblöcke war es doch sehr erschreckend, wie instabil die Schneeschicht in ca. 30 cm Tiefe war. So wurde auch lokal der Lawinenlagebericht bestätigt.

Drei von uns sind nach der Tour noch zum Eisklettern gewesen – im Dunkeln musste abgeseilt werden, da die Tour zu dritt und nach einer Skitour länger gedauert hatte als gedacht.

Am Sonntag sind wir dann wir dann mit vielen anderen auf dem Galtjoch gewesen, das erste Mal bei traumhaften Wetter.

Wo wollen wir hin, wie ist die Coronalage, wer organisiert die Tour, wer kommt mit, wo bekommen wir kurzfristig noch eine Unterkunft???? Fragen über Fragen!

Am Dienstag stand fest – wir sind zu fünft und haben eine Unterkunft im Berghaus Malbun.

Zwei von uns sind schon am Donnerstag Morgen gefahren, die anderen drei am Freitag früh.

Alle fünf waren am Freitag auf der Rosswies – allerdings wurde es für die drei Nachzügler in der Abfahrt spannend. Aufgrund des diffusen Lichts und der Windgangeln bzw. Sastrugis waren die Abfahrtsspuren nicht mehr zu erkennen und somit die Orientierung auf dem Hochplateau schwierig. Die Zeit rannte davon, aber gottseidank gab es Wanderwegschilder, denen wir mit Skiern am Rucksack gefolgt sind. Bald haben wir das Berghaus Malbun (tief) unter uns gesehen und die Orientierung war wieder da. Das letzte Stück sind wir dann mit Stirnlampen sicher abgefahren.

Am Samstag war unser Ziel der Alvier. Alle sind wir in dem Sattel zwischen Klein – und Groß-Alvier gewesen. Für einen ging es mit Steigeisen auf den Groß-Alvier, zu dritt haben wir den Klein-Alvier bestiegen – auch nicht ganz einfach. Trotz geringer Lawinengefahr war zwischenzeitlich eine Lawine über unserer Aufstiegsspur abgegangen. Einzeln haben wir den Lawinenkegel sicher gequert.

Am Sonntag sind wir los zum Fulfirst. Zwei von uns gaben Gas, da sie noch den Glannachopf besteigen wollten. Im Sattel zwischen Klein- und Groß-Fulfirst haben wir uns zu viert für den Hauptgipfel entschieden. So stiefelten wir ohne Ski über das steile Schneefeld und leichte Felskletterei zum Gipfel – es hat sich gelohnt, wir wurden mit einer traumhaften Rundumsicht belohnt.

An allen Tagen war der Weg bzw. der Gipfel das Ziel, der Fönsturm und die Sastrugis machten die Abfahrt nicht gerade zum Vergnügen.

Alles in allem war es eine gelungene Ausfahrt.

Eigentlich wollten wir zu neunt auf den Großvenediger – aber schon im Vorfeld mussten vier absagen.

Soi sind wir zu fünft nach langer Fahrt am Samstag zur Postalm aufgebrochen. Da wir nicht bis zum Hopffeldboden, dem eigentlich anvisierten Parkplatz vorfahren konnten, verlängerte sich der Aufstieg um eine weitere Stunde.

Puh, das Tal ist lang, der Rucksack schwer – so waren wir alle froh nach ca.  vier Stunden die Postalm erreicht zu haben. Für einen kam dann aber preislich der Schock, nur Übernachtung ließ sich nicht buchen – so wurde kurzerhand umdisponiert und draußen biwakiert. Wir anderen vier haben den Luxus der Halbpension genossen.

Am Sonntag ging es auf zwei Wegen und in drei Gruppen zur Kürsinger Hütte. Zwei haben den kürzeren direkten Weg zur Hütte genommen und konnten dort schon Gepäck lassen, bevor es weiter zum Keeskogel ging. Die anderen drei sind den längeren Weg gegangen und waren so schon oberhalb der Hütte und auf der Aufstiegsspur zum Keeskogel. Die ersten Bindungsprobleme gab es schon, so dass einer direkt zur Hütte abgefahren ist – in der Hoffnung, dass die Bindung auf der Hütte repariert werden kann. Die anderen beiden haben ihre schweren Sachen zwischengelagert und sind den beiden Richtung Keeskogel gefolgt. Das Ziel für morgen, den Großvenediger im Blick, sind nur zwei oben am Gipfel gewesen, die anderen beiden haben etwas oberhalb von 3000 Metern den Ausblick genossen.

Am Montag ging es dann zu fünft los zum Großvenediger. Leider konnten die Bindungsprobleme auf der Hütte am Vortag nicht gelöst werden, so musste einer von uns noch umkehren – der andere konnte die Probleme (ggfs. jederzeit aus der Bindung zu fallen) kompensieren.

So sind wir in zwei Zweier-Gruppen los. Der Bergschrund war gottseidank zu, so dass wir diesen mit Skiern bewältigen konnten, aber die Gletscherspalten rechts und links waren groß und tief. Im Aufstieg sind wir teilweise am Seil gegangen.

Die ersten beiden von uns waren schneller als die meisten und hatten so den Gipfel lange Zeit für sich. Als die beiden anderen oben ankamen, haben sich die zwei an die Abfahrt gemacht – mit Treffpunkt Kürsinger Hütte. Mit einem Gegenanstieg zur Hütte war die Abfahrt auch nicht geschenkt.

Am Dienstag hielt das Wetter noch – so sind wir zu viert los zur Schlieferspitze. Auch heute mussten wir erstmal bei eisigen Verhältnissen nach kurzem Anstieg zum Gletscher abfahren; wir hofften alle, dass die Bedingungen zum Abfahren später besser werden. Im Aufstieg war das Kanonenrohr – ca. 37 Grad steil – die größte Herausforderung. Da der Schnee weich genug war, sind wir alle gut mit Spitzkehren hochgekommen. Neben Spitzkehren, Ski tragen, um über steile Passagen zu kommen und Abfahren über extreme Windgangeln war alles dabei. Nur für den Gipfel hat es auch bei unseren beiden Schnellen nicht mehr gereicht, da die Querung bis kurz unter dem Gipfel der Schlieferspitze doch viel Zeit in Anspruch genommen hat.

Der erste Teil der Abfahrt war ein Graus, aber weiter unten kam dann noch Abfahrtsgenuss auf.

Auf der Postalm haben wir uns noch einmal kurz gestärkt, bevor wir dann die 1,5 Stunden das Tal wieder runter sind – immer wieder mit Unterbrechungen, da wir zu Beginn entweder Gegenanstiege hatten, weiter unten die Skier immer wieder wegen Schneemangel abschnallen durften.

Es war für die vier verbliebenen eine tolle Ausfahrt, insbesondere mit dem Wetter hatten wir Glück, es waren die letzten 4 traumhaften Tage am Stück, bevor das schöne Wetter vorerst vorbei war.