© Martin Hohlbach

Öko Wanderung Schönbuch

15.03.2026

Bäche, Mühlen und Täler – oder: Matsch, Muskeln und Moral

Vier BG-ler und zwei mutige Gastwanderinnen starten pünktlich um 9:30 Uhr zur Rundwanderung. Das Wetter: trocken, nicht zu kalt – also quasi ein Sechser im Wanderlotto.

 

Zuerst geht’s hinauf zur Weidacher Höhe, um gleich danach wieder bergab zur Schlößlesmühle zu marschieren. Höhenmeter sammeln und direkt wieder ausgeben – wir sind schließlich nicht zum Spaß hier. Entlang der Alten Schweizer Straße wandern wir im fröhlichen Auf und Ab Richtung Waldenbuch.

Den historischen Ortskern lassen wir hinter uns und folgen dem Aichtal in Richtung Schönaich. Vom höher gelegenen Weg aus werfen wir neugierige Blicke auf das Ritter-Sport-Gelände – leider ohne Schokoladenprobe, was allgemein als organisatorischer Mangel gewertet wird.

An der Oberen Rauhmühle verlassen wir den Weg und wandern ins Sulzbachtal ein. Der Sulzbach begleitet uns brav – sogar unterirdisch, als er die Landstraße Steinenbronn–Schönaich in einem Tunnel unterquert.

Im Klingenbachtal angekommen, denken wir kurz über eine Pause nach – entscheiden uns aber stattdessen für „bergauf, weil’s so schön ist“. Erst am Grillplatz „Neue Äcker“ gibt’s eine wohlverdiente Verschnaufpause.

Danach wird’s sportlich: Forstarbeiten haben den Weg in eine Mischung aus Hindernisparcours und Schlammbad verwandelt. Wir steigen über Bäume, balancieren über Äste und testen unfreiwillig die Tragfähigkeit des Bodens, leider nicht immer erfolgreich. Aber echte Wanderer kennen kein Zurück – höchstens ein leichtes Schlingern.

Kurz vor Musberg erreichen wir das Besenfeld. Von dort geht’s auf einem besonders „charakterbildenden“ Weg steil, matschig und rutschig hinunter ins Siebenmühlental zur Mäulesmühle. Eleganz ist dabei optional.

Das geöffnete Mühlenmuseum lassen wir uns natürlich nicht entgehen – nur der Hannes fehlt.

Doch auch danach bleibt es spannend: Erneut blockieren Forstarbeiten unseren Weg. Mit einer Mischung aus Abenteuerlust und Improvisationstalent umgehen wir die Sperren und finden schließlich zurück auf die Filder – zivilisationsnah und deutlich sauberer.

Das letzte Stück führt uns zur Sportgaststätte am Goldäcker. Dort warten Pizza und Pasta – und plötzlich sind sich alle einig: Jeder Schritt hat sich gelohnt. Nach gut 5,5 Stunden und rund 20 Kilometern endet eine Tour, die alles hatte: Ausblicke, Abenteuer und ordentlich Matsch unter den Schuhen.

Andreas Scharf, Fotos: Martin Hohlbauch