© Reik Pachtmann

Hochtour Weißkugel vom 24.07.-26.07.2026

24.07.2026

Am Freitag den 24.7. ging es um 7 Uhr mit zähem Verkehr über Aalen, dem Fernpass und der obligatorischen Kaffeepause dem großen Ziel entgegen. Weiter mit dem Tschirgant im Rückspiegel durch Landeck,

vorbei am Reschensee und Mals zu den Glieshöfen. Dort wurde aus Parkplatzmangel auch noch die Geländetauglichkeit der Fahrzeuge erprobt. Weiter ging es bei sommerlichem Wetter sehr schweißtreibend zur Oberetteshütte (2677m).
Am nächsten Tag ging es gegen 5 Uhr, die kurze Nacht noch in den Knochen, Richtung Gletscher. Nachdem wir die Felsrippe am Schönblickkopf querten konnten wir erste Blicke auf die grausige Steileisflanke erhaschen die uns noch Bevorstand. Jetzt begann aber erst Mal der Abstieg durch die Moräne vorbei an mehreren kleinen Seen zum Matscherferner. Weiter geht's mit Steigeisen auf aperem Gletscher zum Hintereisjoch (3470m). Hier forderten der Anblick der Eisflanke und erste Blessuren ihr Opfer, da auch der Wetterbericht zur Eile mahnte entschieden sich mehrere Bergsteiger zur Umkehr. Mühsam ging es im blanken Eis zu den Felsen in denen sich bereits mehre Seilschaften befanden. Überraschend komfortabel, teilweise mit Bohrhaken, konnte der steilste Abschnitt des Eises umgangen werden. Motiviert kletterten wir mit Steigeisen am Südgrat durch Firn und Felsen dem Ziel entgegen. Als wir die Weißkugel (3738m) erreichten blies bereits ein kalter Wind und die Gipfelrast wurde auf ein sonniges Fleckchen am Grat Verschoben. 

Bei Trockenfrüchten, Müsliriegel und Grappa kam der Gedanke einer Abkürzung über den Gletscher auf. Nachdem das Steilstück abgeklettert war wurde die Abkürzung in vielen Löchern und knietiefem Schneematsch wieder begraben. Nun brav der Route folgend entdeckten großes Loch im Gletscher, welches mit Eisschrauben und Abteilmanövern erforscht werden wollte. Bei einem Blick auf die Uhr und das Regenradar wurde auch dieser Versuchung widerstanden und der mühsame Gegenanstieg über den bereits bekannten Moränenschutt angetreten. Auf der Oberetteshütte wurden wir bereits vom Rest der Gruppe mit Cappuccino, Radler und Marillenstrudel erwartet. Da hatte es auch das Gewitter nicht so Eilig. Später erkundeten wir noch den etwas wilden Klettergarten der Hütte wobei sportliche Ambitionen wegen der unzureichenden Ausrüstung und dem verspäteten Gewitter gebremst wurden.
Am Sonntag entscheiden sich leider mehrere Bergsteiger wegen des Wetters und der erlittenen Wunden für eine vorzeitige Abreise.
Nachdem der Regen eine Pause einlegte und der Kamin angeheizt war entschieden wir uns zu einem Spaziergang zu den Saldurseen. Durch "klein Tibet" mit Hagelresten vorbei am Tabernakel zu den Seen. Die Idee die Schwemserspitze zu erklimmen musste wegen des Nebels leider verworfen werden. Stattdessen wurde ein sehr erfrischendes Bad in einem der Seen genommen. Später warteten auf der Hütte die berühmten "Oberettesnudeln" und einige leichte Kletterreien in der Umgebung.
Am Montag machten wir uns dann an den Abstieg, vorbei beim Einsiedel zum Parkplatz bei den Glieshöfen. Weiter ging es dann vorbei am Reschensee und wegen Stau am Fernpass über den Arlbergpass und Aalen nach Fellbach.

Reik Pachtmann