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Stand legale Trails Mountainbike - Stuttgart

Stand legale Trails Mountainbike - Stuttgart

Stand März / 26

Update Freizeitkonzept: Vorerst keine offizielle Lösung in Sicht

Am 18. März 2026 fand nach längerer Pause ein Treffen der für das Freizeitkonzept zuständigen Stuttgarter Bürgermeister Pätzold (Umwelt) und Thürnau (Forst), dem Stuttgarter Forstamt und der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) sowie Vertretern der Stuttgarter MTB Vereine statt. 

Die Haupt-Infopunkte in dem Termin waren: 

  • Die Naturschutz-Gutachten für die im Legalisierungs-Prozess befindlichen Trails werden aktuell finalisiert und liegen der Stadtverwaltung ab Mitte des Jahres zur Prüfung vor.
  • Die Stuttgarter UNB wird nach eigener Aussage nicht vor Mitte 2029 (neunundzwanzig) über die Legalisierung von Trails in Stuttgart entscheiden.

Einordnung
Das mit allen Stuttgarter Beteiligten in einem zwei Jahre dauernden, moderierten Prozess erarbeitete Freizeitkonzepts liegt inklusive konkreter Handlungsempfehlungen seit 2022 vor. Dennoch zieht sich der Stuttgarter Legalisierungs-Prozess weiter in die Länge. Die aktuellen Informationen zur Zeitschiene setzen dem die Krone auf.

Gleichzeitig sind in den Kommunen rundum Trail-Legalisierungs-Projekte in deutlich kürzeren Zeiträumen abgeschlossen worden. Diese werden vor Ort von allen Beteiligten inklusive Verwaltung und Naturschutz als Erfolg gesehen. Und zwar nicht nur als attraktives Freizeitangebot, sondern auch als wirksame Lenkungs-Maßnahme im Sinne der Natur und eines guten Miteinanders im Wald.

Wir hoffen, dass das "Stuttgarter Modell" im Hinblick auf Dauer und Kosten nicht die neue Blaupause für andere Legalisierungsprojekte in ganz Baden-Württemberg wird.

Was tun?
Als Stuttgarter Bike Vereine haben wir im laufenden Legalisierungs-Prozess lediglich die Rolle als Berater der Stadtverwaltung und somit nur beschränkten Einfluss.

Dennoch werden wir den extrem zähen Prozess weiterhin kritisch begleiten. Inkl. dem Hinweis, dass der unnötig langwierige Prozess inkl. Befreiungsantrag* und die fortgesetzten Verzögerungen eine verpasste Chance sind. Eine verpasste Chance für ein attraktives Freizeitangebot, aber auch eine verpasste Chance für wirksame Lenkungs-Maßnahme im Sinne der Natur und eines guten Miteinanders im Wald.

Als Stuttgarter Bikerinnen und Biker können und sollten wir im eigenen Interesse weiter unseren Beitrag dazu leisten, dass es in der absehbar langen Zeit bis zu legalen Trail-Angeboten zu keiner Verschlechterung der aktuellen Situation im Stuttgarter Wald kommt. 

Konkret:

  • Die vorhandenen, „geöffneten“ und geduldeten Trails nutzen.
  • Keine neuen Trails und keine neuen Einbauten auf vorhandenen Trails anlegen.
  • Weiterhin bewusst auf ein gutes und rücksichtsvolles Miteinander im Wald achten.

So frustrierend der extrem langwierige Legalisierungs-Prozess auch ist:
Genießt derweil die vorhandenen Trails und das schöne Wetter!

*Unnötig langwierig, weil ein Befreiungsantrag rein rechtlich in Landschaftsschutzgebieten (LSG) gar nicht notwendig wäre. Denn dort könnte man auch mittels Erlaubnisvorbehalt Trails legalisieren, wie es andere Kommunen in Baden-Württemberg erfolgreich vorgemacht haben und wie es für die Anlage von Wegen und auch Sportanlagen vorgesehen ist. Dies wird von der Stuttgarter UNB selbst für naturnahe MTB Trails leider anders gesehen und gehandhabt. Da bis auf einen Trail alle im Legalisierungs-Prozess befindlichen Stuttgarter Trails in einem LSG liegen, würde der Weg über den Erlaubnisvorbehalt den weiteren Prozess um bis zu zwei Jahre verkürzen.