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Freizeitkonzept kennen und nutzen

Illegalität und Abriss schaden der Natur

In der frühen Phase des Freizeitkonzept-Prozesses wurden wir Biker immer mal wieder an die "Realität unserer Illegalität" erinnert und es wurde damit gedroht, dass es statt Kompromissen ja auch wieder Abriss und Polizeikontrollen im Wald geben könnte. Das war nicht nur im Umgang miteinander ein bisschen schade, sondern ist als Haltung auch kontra-produktiv, denn diese "Abrissbirnen-Mentalität" schadet ausgerechnet der Natur am meisten.
Weil wir wissen, dass die Illegalität und die Abriss-Aktionen der Vergangenheit zu Ausweichbewegungen in immer abgelegenere Waldgebiete geführt und so der Natur mehr geschadet als ihr genützt haben, engagieren wir uns für legale Lösungen. Nur mit attraktiven legalen Angeboten werden wir im Sinne der Natur lenken können.

Wir freuen uns, dass der Abriss etablierter Trails und Polizeikontrollen aktuell kein Thema mehr bei den Gesprächen mit der Stadtverwaltung sind, finden es aber wichtig zu betonen, dass diese Zurückhaltung nicht nur ein Entgegenkommen gegenüber der Bike-Community ist, sondern auch "Common Sense" im Freizeitkonzept-Prozess war.

Daraus relevante Passagen zu dem Aspekt "Illegalität und Abriss schaden der Natur":

S. 94
"Weitere offizielle Angebote für Mountainbiker*innen gibt es aktuell nicht, (...). Dies hat dazu geführt, dass in der Vergangenheit fast auf der gesamten Fläche des Stuttgarter Waldes illegale Mountainbike-Trails entstanden sind. (...) Die Trails verlaufen häufig in bisher ruhigen Waldbereichen. Dies ist der Tatsache der Illegalität geschuldet. Hier wurden entsprechende Bauaktivitäten nicht bemerkt und somit auch nicht geahndet."

S. 167
"(...) dass die bestehenden Trails fast ausschließlich in solchen Gebieten entstanden, die bisher ruhig waren und vor allem schlecht einsehbar sind, damit die Personen beim Trailbau nicht bemerkt werden. Dies hat dazu geführt, dass etliche der vorhandenen Trails genau dort entstanden sind, wo sie naturschutzfachlich große Probleme bereiten, zum Beispiel in Waldbiotopen. Auch die Fragmentierung des Waldes hat dadurch zugenommen. Wenn im Rahmen der Umsetzung dieser Konzeption die Fragmentierung durch MTB-Trails wieder zurückgenommen werden soll, so wird es unerlässlich sein, neue und verträglichere Trassen für MTB-Trails in die Genehmigung zu bringen."

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Freizeitkonzept Übersicht


Groß genug starten


Illegalität und Abriss schaden der Natur


Wohnortnahe Trail-Cluster


Lenkung funktioniert


Erwartungsmanagement


Die Grenzen der Kontrollkultur


Ständiger Prozess statt Endpunkt


Das Freizeitkonzept kann man hier nachlesen:
Freizeitkonzept als PDF bei stuttgart.de


Mit der Reihe "Was steht eigentlich im Freizeitkonzept?" wollen wir in Erinnerung rufen, was im Auftrag und auf Kosten des Stuttgarter Garten-, Friedhofs- und Forstamts in einem mehr als einjährigen Bürgerbeteiligungs-Prozess bis Anfang 2022 mit allen Stakeholdern im Konsens erarbeitet wurde. Die dort bereits gefundenen Erkenntnisse und mehrheitlich getragenen Lösungen haben auch heute noch Relevanz und sollten von der Stuttgarter Verwaltung genutzt werden.