Wohnortnahe Trail-Cluster
Im Freizeitkonzept wurde herausgearbeitet, dass ein erfolgreiches und in der Realität wirksames Konzept wohnortnahe Trail-Cluster beinhalten sollte. Zum einen weil Mountainbiker gerne mit dem Rad von der Haustür aus losfahren und man dieses umweltfreundliche und klimaschonende Verhalten fördern sollte. Zum anderen weil Cluster - also die Häufung von mehreren Trails in einem Gebiet - Fragmentierung reduzieren, die gewünschte Lenkungswirkung verstärken und gleichzeitig zur erfolgreichen Beruhigung der übrigen Gebiete beitragen.
Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass in bestimmten, wohnortnahen und attraktiven Ecken wie z.B. Heslach/Kaltental, Kräherwald und Bopser gleich mehrere Trails legalisiert werden, die für eine Feierabendrunde ausreichen und in Verbindung mit den anderen Clustern auch bei größeren Touren zur Lenkung beitragen.
Diese Cluster sollten so gelegen sein, dass sie das ganze Stadtgebiet abdecken, aber dazwischen auch beruhigte Rückzugsräume für die Natur bleiben.
#moretrailsclosetohome
Daraus relevante Passagen zu dem Aspekt "Wohnortnahe Trail-Cluster":
S. 40
"Die Einwohner Stuttgarts sind zudem vorwiegend in den Waldbereichen unterwegs, die ihrem Wohnort nahe liegen."
S. 77
"Dabei startet über die Hälfte [der Radfahrer*innen] direkt von ihrem Wohnort aus. Deshalb sind gerade wohnortnahe Angebote besonders wichtig."
S. 93
"Was die Anreise angeht, ist Mountainbikefahren eine der umweltverträglichsten Sportarten überhaupt, denn in der Regel erfolgt die Anreise direkt mit dem Rad. (...) Dies bestätigt ebenfalls die Umfrage des MTB Stuttgart e. V., in der fast alle Befragten angeben, direkt von der Haustür aus mit dem Mountainbike zu starten. (...) Dies ist vor allem auch für die Angebotsplanung wichtig: (...)."
S. 132
"Zusätzlich ist es sinnvoll, dass die Möglichkeit zur Erholung in unmittelbarer Wohnortnähe gegeben ist, um Anfahrtswege zu reduzieren."
"Gleichzeitig sollten Besucherlenkungsmaßnahmen auch nur dort durchgeführt werden, wo es sinnvoll und notwendig ist. Die vorhandenen Ressourcen sind dabei nicht gleichmäßig auf das komplette Stadtgebiet zu verteilen, sondern müssen gezielt dort eingesetzt werden, wo die höchste Wirksamkeit erzielt werden kann bzw. der Handlungsdruck aufgrund von ökologischen oder sozialen Störungen etc. am größten ist."
"Es soll eine „Positiv-Lenkung“ durch attraktive Angebote hin zu den Räumen und Linien erfolgen, die dies ökologisch und sozial verkraften können. Andere, ökologisch sensible Bereiche werden dadurch entlastet und beruhigt, bei gleichbleibender Besucheranzahl."
S. 133
"Eine wichtige Möglichkeit zur Erreichung dieses Ziels [Reduzierung der Fragmentierung des Waldes] wird darin gesehen, dass neu benötigte Wege für bestimmte Nutzungsarten (z. B. Mountainbike-Trails und Naturerlebniswege) entlang von bereits intensiv genutzten Trassen entstehen könnten, im Gegenzug dafür in bisher ruhigen Gebieten Wege entfallen bzw. aus der Nutzung genommen und somit der Natur zurückgegeben werden."
S. 165
"Außerdem ist die Lage der Angebote von besonderer Bedeutung. (...) Somit werden attraktive Wege in der Nähe des Wohnorts eine stärkere Lenkung entfalten als Angebote in Randbereichen."
S. 172
"Angebote müssen verteilt sein, dass sie jeweils in ihrem Bereich die entsprechende Lenkungsfunktion erfüllen können. Hierfür wird es als sinnvoll erachtet, bei der Planung von MTB-Trail darauf zu achten, möglichst für jeden Stadtteil ein passendes Angebot zu schaffen."
S. 173
"Im Idealfall sollte es also verschiedene offizielle Trailstrecken geben, die sich sinnvoll miteinander zu einer bzw. zu mehreren Touren kombinieren lassen. Diese Art von Angebot hätte wohl die größtmögliche Lenkungsfunktion, vor allem, wenn es viele der Stadtteile miteinschließt, die für starke MTB-Nutzung bekannt sind."
Freizeitkonzept Übersicht
Illegalität und Abriss schaden der Natur
Die Grenzen der Kontrollkultur
Ständiger Prozess statt Endpunkt
Das Freizeitkonzept kann man hier nachlesen:
Freizeitkonzept als PDF bei stuttgart.de
Mit der Reihe "Was steht eigentlich im Freizeitkonzept?" wollen wir in Erinnerung rufen, was im Auftrag und auf Kosten des Stuttgarter Garten-, Friedhofs- und Forstamts in einem mehr als einjährigen Bürgerbeteiligungs-Prozess bis Anfang 2022 mit allen Stakeholdern im Konsens erarbeitet wurde. Die dort bereits gefundenen Erkenntnisse und mehrheitlich getragenen Lösungen haben auch heute noch Relevanz und sollten von der Stuttgarter Verwaltung genutzt werden.