Lenkung funktioniert
Ein wesentliches Ziel des Freizeitkonzepts ist die Lenkung der Naherholung. Statt die Waldbesucher möglichst gleichmäßig auf den gesamten Wald zu verteilen, soll die Nutzung im Sinne der Natur an bestimmten Stellen konzentriert und dadurch an anderen Stellen reduziert werden.
Dass diese Lenkung funktioniert, wird leider von manchem Schreibtisch aus immer noch und immer wieder bezweifelt, ohne dass Alternativen genannt werden und obwohl die erfolgreich funktionierende Lenkungswirkung im Wald bereits in vielen anderen Kommunen bewiesen werden konnte.
Daraus relevante Passagen zu dem Aspekt "Lenkung funktioniert":
S. 26
„Das Trail-Angebot soll eine echte Alternative zu illegalen MTB-Trails darstellen und illegale Trails verhindern und ersetzen (Lenkung durch Angebot).“
S. 75
"Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass eine aktive Besucherlenkung [auch für Fußgänger*innen] im Stuttgarter Wald derzeit faktisch nicht stattfindet. Das Entwicklungspotenzial in diesem Bereich ist als sehr hoch einzustufen."
S. 92
"Der MTB Stuttgart e. V. hat in seiner Umfrage auch die Bereitschaft zum Verzicht auf illegale Strecken abgefragt, sofern es ein attraktives legales Angebot in Stuttgart gäbe. Auf diese Frage haben 87 Prozent der Befragten geantwortet, dass sie „meistens“ bis „immer“ bereit wären auf die Nutzung von illegalen Strecken zu verzichten. Dies unterstreicht das erhebliche Lenkungspotenzial von legalen Mountainbike-Angeboten."
S. 130
"Ein gezielter Infrastrukturausbau kann beispielsweise dazu beitragen, Besucher*innen in ökologisch weniger sensible Bereiche zu lenken (...)"
S. 130
"Daneben gibt es „sanfte“ Maßnahmen wie Ablenkung (z. B. gezielte Anpflanzungen), Anreizmittel („Lenkung durch Attraktion“) und Informationen (Sensibilisierung durch Infotafeln etc.). Dabei sind die „sanften“ Maßnahmen im Sinne einer positiven Besucherlenkung immer zu bevorzugen, da sie auch wirksamer sind."
S. 132
"Bei allen Besucherlenkungsmaßnahmen ist es gleichzeitig wichtig zu betonen, dass dies keine 100-Prozent-Lösungen sind. Besucherströme lassen sich bis zu einem bestimmten Grad beeinflussen. Es wird aber mit keiner der zur Verfügung stehenden Maßnahmen eine 100-prozentige Wirksamkeit erzielt."
S. 165
"Die Lenkungswirkung steht und fällt mit der Akzeptanz durch die Nutzer*innen."
S. 166
"Von etwaigen Minimallösungen sollte keine umfangreiche Lenkungswirkung erwartet werden."
S. 179
"Bei der schieren Anzahl von Nutzer*innen verpuffen sporadische Kontrollen durch das Ordnungsamt wirkungslos. (...) Somit ist und bleibt die einzige Möglichkeit einer ernsthaften und spürbaren Verbesserung für die Natur vor Ort eine Lenkung der MTB-Nutzung (...). Im gesamten Prozess wurde durch keine Akteur*innen oder eine Behörde eine bessere Idee vorgebracht."
"Sofern der anhaltenden Naturzerstörung im Stuttgarter Wald wirksam Einhalt geboten werden soll, ist die Etablierung von attraktiven, legalen MTB-Angeboten zwingend notwendig. Kommt es hier zu keiner Einigung, muss allen Beteiligten klar sein, dass die aktuelle Situation sich nicht verbessern, sondern sich durch die stetig steigende Zahl von MTB-Nutzer*innen weiter verschlechtern wird. Gelingt jedoch die Einigung, wird es mit geschickter Planung zu einer Win-win-Situation für Nutzer*innen und Natur kommen."
Freizeitkonzept Übersicht
Illegalität und Abriss schaden der Natur
Die Grenzen der Kontrollkultur
Ständiger Prozess statt Endpunkt
Das Freizeitkonzept kann man hier nachlesen:
Freizeitkonzept als PDF bei stuttgart.de
Mit der Reihe "Was steht eigentlich im Freizeitkonzept?" wollen wir in Erinnerung rufen, was im Auftrag und auf Kosten des Stuttgarter Garten-, Friedhofs- und Forstamts in einem mehr als einjährigen Bürgerbeteiligungs-Prozess bis Anfang 2022 mit allen Stakeholdern im Konsens erarbeitet wurde. Die dort bereits gefundenen Erkenntnisse und mehrheitlich getragenen Lösungen haben auch heute noch Relevanz und sollten von der Stuttgarter Verwaltung genutzt werden.